St. Josefshaus in Rheine bietet Lebensqualität durch neues Wohn- und Betreuungsangebot
Als Jutta Herking vor knapp 2 Jahren zum St. Josefshaus nach Rheine kam, wurde sie als Pflegedienstleiterin mit Heimanfragen von ungewöhnlich jungen Menschen konfrontiert.
Männer und Frauen im mittleren Erwachsenenalter fragten zusammen mit ihren Angehörigen nach einem Platz im Altenheim. Chorea Huntington, ein vererbter Hirndefekt, der schon in jungen Jahren zu einem hohen Grad an Pflegebedürftigkeit führt, ist oftmals in einer Familie nicht dauerhaft zu leisten. Eine Spezialeinrichtung für Junge Pflege gab es 2006 erst im entfernten Münster Wollbeck.
Zu weit für Angehörige, um einen engen, möglichst täglichen Kontakt aufrecht zu erhalten.
So zogen vor gut einem Jahr 2 jüngere Menschen in das St. Josefshaus und Jutta Herking erinnert sich gut an „ihre Bauchschmerzen“. „Wie können wir so jungen Menschen ein Umfeld bieten, das ihrem Alter gerecht wird, junge Menschen gehören nicht ins Altenheim“, so ihre spontane Reaktion… damals.
Bei dieser Frage blieb es jedoch nicht. Schnell war man sich im Leitungsteam des Hauses der hohen Verantwortung für jüngere pflegebedürftige Menschen bewusst.
Ein erster Kontakt zu der Einrichtung in Münster Wollbeck wurde hergestellt, um sich mit dem Konzept für junge pflegebedürftige Menschen auseinander zu setzen.
„Wir wollten den jüngeren Heimbewohnern eine positive Perspektive bieten und so entschlossen wir uns zum Umbau des Nebengebäudes“ so Heimleiter Heinz Samberg , der heute froh ist, das der Deutscher Orden als Träger des St. Josefshauses den neuen Weg der Einrichtung mit erheblichen finanziellen Mitteln ermöglicht. So entsteht ein separater Wohnbereich für junge pflegebedürftige Menschen in Rheine und Umgebung.
In dem umgebauten Gebäudeteil entstehen eine Küche, ein Wohnzimmer, ein Entspannungsraum und ein Wohlfühlbad.
16 geräumige Einzelzimmer mit jeweils eigenem Bad sind schon jetzt bezugsfertig.
Die Gestaltung des eigenen Wohnraumes ist individuell möglich.
6 Wochen vor der endgültigen Fertigstellung leben inzwischen 5 jüngere Menschen( 28 bis 46 Jahre alt) in dem Bereich Junge Pflege. Pflegedienstleiterin Jutta Herking ist sichtlich froh und erleichtert, dass aus einer Anfrage eines jungen Mannes, die sie zuerst sehr nachdenklich und auch etwas ratlos werden lies, ein neues Angebot für Menschen entstanden ist. Wer durch eine schwere Erkrankung schon in jüngeren Jahren auf Hilfe angewiesen ist, braucht einen guten Lebensraum, um nach eigenen Gewohnheiten und Vorlieben leben zu können.
So klingt schon heute der eine oder andere Rocksong aus den Zimmern und bald werden die jüngeren Bewohner/innen auch den Küchen- und Wohnbereich mit Leben erfüllen.
Das Pflege- und Betreuungsteam ist jedenfalls schon heute durch Fortbildung geschult und hoch motiviert den jetzigen und zukünftigen Bewohner/innen mit Rat und Tat ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Jutta Herking steht für Fragen und auch Besichtigungen gern zur Verfügung.
Tel.: 05971-160270
j.herking@deutscher-orden.de |