Verdienter Ruhestand |
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Im Altenheim St. Josefshaus beendete die Ordensschwester und Seelsorgerin Sr. M. Lioba ihren Dienst. Im Alter von 72 Jahren übergab sie die Seelsorge in die Hände ihrer Mitschwester Sr. M. Emilie, die von den Vorgesetzten dafür ernannt wurde. Im Gespräch erzählt Sr. M. Lioba von ihrem Weg im St. Josefshaus Rheine, der 1990 begann. Frage: Sr. Lioba, wie kam es, dass Ihr Weg 1990 wieder nach Rheine führte, nachdem Sie in den 50er Jahren bereits im Kinderheim in Bentlage waren? Sr. Lioba: In Bentlage im Kinderheim war ich vor meinem Ordenseintritt 3 Jahre tätig. Frage: Wie erinnern Sie sich an den Start im St. Josefshaus? Sr. Lioba: Oh, da kam viel auf mich zu. Damals waren noch 120 ältere Menschen im Heim. Viele Mitarbeiter musste ich kennen lernen, auch Ordensschwestern waren noch in der Pflege tätig. Hier möchte ich meinen Mitschwestern, besonders im Büro danken für ihre tatkräftige Unterstützung. Frage: Fast 20 Jahre haben Sie in unterschiedlichen Positionen im St. Josefshaus gearbeitet. Können Sie kurz zusammenfassen, was Sie als die positivsten Aspekte dieser doch schweren Arbeit ansehen? Sr. Lioba: Das kann ich vor allem mit dem Wort: „Beziehung“, sagen, die aus der Beziehung zu Gott erwächst. Ein gutes Miteinander in allen Bereichen. Frage: Nun hat es in den vielen Jahren sicher auch schwere Tage gegeben. Sr. Lioba: Das ist sicher. Zum Leben gehört das Leid, so wie die Freude. In einem Altenheim kann das nicht anders sein. Hier ist es oft viel geballter und erschwert den Alltag sehr. Frage: Sie sind im St. Josefshaus einen ungewöhnlichen Weg gegangen. Sr. Lioba: Von außen sieht es nach einem beruflichen Abstieg aus. Der umgekehrte Weg einer Karriere sozusagen. Für mich ist es rückblickend ein guter Weg gewesen, der mich viel näher zu den älteren Menschen geführt hat. Leitungsaufgaben sind mit viel organisieren, planen und Schreibtischarbeit verbunden, Frage: Seelsorge im Altenheim, warum ist das wichtig? Sr. Lioba: Im Alter halten viele Menschen Rückschau, setzen sich mit dem eigenen Leben auseinander, Ängste treten häufig auf. Seelsorge bietet die große Chance, den Glauben zu leben wie z. B. in Gebeten u. Gottesdiensten. Das Gespräch bietet die Chance über ganz persönliche Fragen des Lebens und des Glaubens zu sprechen. Hier war mir die Unterstützung durch katholische und evangelische Seelsorger eine große Hilfe. Frage: Was ist mit den vielen altersverwirrten Bewohnern? Sr. Lioba: Gerade da ist Raum für Seelsorge. Das gemeinsame Gebet von früher, ein Lied oder auch nur eine Hand die hält, eine Umarmung, ein Lächeln…. Glaube ist viel mehr als unser Verstand erfassen kann. Frage: Und nun der Ruhestand mit 72 Jahren. Worauf freuen Sie sich besonders? Sr. Lioba: Als Ordensfrau bleiben Gebet und Gottesdienste Mittelpunkt meines Lebens, mehr Zeit auch dafür, auch möchte ich meine Mitschwestern ein wenig in der Gemeinschaft unterstützen. Da ich gern Karten sticke, hoffe ich, auch ein wenig mehr Zeit dafür zu haben. Frage: Gibt es einen Wunsch für das St. Josefshaus? Sr. Lioba: Bevor ich dazu etwas sage, möchte ich die Gelegenheit nützen, all den Menschen zu danken, die mich durch all die Jahre begleitet haben. Allein kann niemand etwas schaffen. Ich glaube fest daran, dass Gott mir immer diese guten Menschen zur Seite gestellt hat. Sr. Lioba, herzlichen Dank für das Gespräch und Alles Gute und Gottes Segen für Sie. Zusatz: Am kommenden Mittwoch, den 12.08. findet um 10.30 Uhr ein Dankgottesdienst zur Verabschiedung von Sr. Lioba in der Kapelle des St. Josefshauses statt. |
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