Zwillinge feiern 90. Geburtstag

Zwillinge

90 Jahre  auf dieser Welt. Sr. M. Mechtild und Magdalena Mende. Oberin Sr. M. Michaela und Heimleiter Heinz Samberg freuen sich mit den Jubilarinnen.

Am 30. März vor 90 Jahren erblickten sie gemeinsam das Licht der Welt.
Sr. M. Mechtild und ihre Zwillingsschwester Magdalena Mende. Vor 90 Jahren war die Welt noch in Ordnung in dem kleinen Heidebreck, einem Ort in Oberschlesien. Der Vater  fuhr als Oberlokomotivführer mit den großen Dampfloks bis nach Breslau, Berlin und Wien. Die beiden Mädchen staunten über seine Geschichten aus der großen weiten Welt. Die Mutter kümmerte sich liebevoll um die Mädchen und die 4 Brüder.
„Alle unsere Brüder waren im Krieg, Gott sei Dank haben sie den Krieg überlebt“, erinnert sich Frau Mende an bösen Zeiten ihres Lebens.
Nach dem Krieg war es nicht vorbei mit dem Leid.  Vertreibung, Verlust der Heimat folgten.
Die Wege der Schwestern trennten sich. Magdalene Mende machte eine Ausbildung zur Fotografin und betrieb mit ihrem Mann eine Drogerie in der DDR. „Uns ging es ganz gut, aber immer mehr unserer Freunde und Verwandten gingen in den Westen. Wir sind dann auch rüber, 1961 – kurz vor dem Bau der Mauer. In Bodenteich (Kreis Uelzen) betrieb sie mit ihrem Mann lange Jahre ein Fotogeschäft mit Atelier.
Sr. M. Mechtild wollte schon kurz nach dem Krieg in die Ordensgemeinschaft eintreten. Doch Vater und Onkel (auch Zwillinge) waren alt und brauchten Pflege.
So blieb die gelernte Musikerzieherin bei ihnen bis sie starben.
1956 dann nutzte sie eine Urlaubsreise zur Schwester in die DDR zum Direktflug von Berlin nach Köln. Dort trat sie ein Jahr später der Ordensgemeinschaft Mägde Mariens bei.
„ Das war alles sehr gewagt, aber mit Gottes Hilfe habe ich alles geschafft.“
Sr. M. Mechtild sagt das so beiläufig als sei es selbstverständlich für den Glauben die Freiheit zu riskieren.
1970 wechselte Sr. M. Mechtild dann in das St. Josefshaus hier nach Rheine und leitete bis 1996 die Verwaltung des Altenheimes.
Bis  heute spielt die Ordensschwester die Orgel in den Gottesdiensten und hilft der Gemeinschaft noch immer bei Verwaltungsarbeiten
Zusammen mit der Ordensgemeinschaft, vielen Angehörigen und Gästen feierten die Schwestern  ihren Geburtstag.
Persönliche Geschenke möchten sie nicht, vielmehr haben die Geburtstagskinder um eine Spende für den Bau einer Grundschule in Kamerun gebeten. Dort sind die Mitschwestern schon lange Jahre in der Mission tätig.